Der Grammont ist eine der schönsten Bergwanderungen der Westschweiz, und wer oben steht, versteht sofort warum. Das Panorama auf den Genfersee, das Chablais und die Dents du Midi ist schlicht atemberaubend. Die Tour vereint mehrere Highlights in einem einzigen Tag:
- einen traumhaften Bergsee mit Verpflegungsmöglichkeit
- einen klar markierten Aufstieg durch Wald und Alpweiden
- ein Gipfelkreuz auf 2.172 m mit 360-Grad-Aussicht
- eine Rundroute, die sich gut planen lässt
Wer die Route kennt, kommt gut vorbereitet an. Wer sie unterschätzt, lernt es spätestens beim Aufstieg. Wir erzählen euch, was ihr wissen müsst.
Le Grammont im Überblick: Warum dieser Gipfel so beliebt ist
Der Grammont liegt auf der Grenze zwischen den Kantonen Waadt und Wallis, direkt über dem Genfersee. Seine Popularität verdankt er der Kombination aus technischer Zugänglichkeit und spektakulärer Aussicht. Wer oben steht, sieht die Rhône-Mündung, den Grand Combin, die Diablerets und bei klarem Wetter das ganze Panorama des Wallis. Das ist keine Selbstverständlichkeit für eine Tour ohne Kletterpassagen.
Anreise und Ausgangspunkte: Chavalon oder Le Flon?
Es gibt zwei Ausgangspunkte: Chavalon und Le Flon. Le Flon ist die praktischere Wahl. Der Start ab Le Flon spart rund 1 Stunde 20 Minuten gegenüber Chavalon. Wer mit dem öffentlichen Verkehr anreist, steigt an der Haltestelle Le Flon, Village aus. Der Parkplatz beim Flon ist kostenpflichtig und fasst nur begrenzte Fahrzeuge. Im Sommer und an Wochenenden empfehlen wir, deutlich vor 08.00 Uhr zu starten.
Die Wanderroute zum Grammont Schritt für Schritt
Ab Chavalon folgt man zunächst der Strasse, wechselt dann auf einen Waldweg durch Miex und erreicht Le Flon. Vom Parkplatz Le Flon wählt man zwischen dem direkten, steileren Wanderweg oder der ruhigeren Strasse. Wir haben bei grosser Hitze eine Mischung aus beiden Varianten gewählt. Der Weg führt an Chalets vorbei, durch schönen Bergwald, bis zum Col de Taney. Dort findet man eine Quelle, ideal für eine erste Pause. Dann geht es weiter ins Dorf Taney.
Der Lac de Taney als Höhepunkt der Tour
Der Lac de Taney liegt auf rund 1.400 m und ist bereits für sich allein eine Reise wert. Der kleine Bergsee liegt in einem natürlichen Schutzgebiet, das seit dem Mittelalter besiedelt ist. Am Ufer stehen zwei Restaurants, darunter das Refuge la Vouivre und das Restaurant Grammont. Picknicken, Ausruhen, im Sommer manchmal Baden: der See bietet alles, was ein guter Zwischenstopp braucht. Camping rund um den See ist verboten. Wer nicht bis zum Gipfel will, findet hier ein vollwertiges Wanderziel.
Aufstieg ab Taney bis zum Col des Crosses
Hinter dem Restaurant startet der zweite Teil der Tour. Ein schmaler Waldweg führt in Richtung Col des Crosses. Beim Verlassen des Waldes sieht man die Jumelles gegenüber, ein schöner Moment. Der Col des Crosses markiert die letzte grosse Orientierung vor dem Gipfel. Von dort ist das Kreuz auf dem Grammont bereits sichtbar.
Der Gipfel des Grammont: Panorama auf Genfersee und Alpen
Das grosse Kreuz auf 2.172 m empfängt jeden, der es bis hierhin geschafft hat. Die Aussicht ist aussergewöhnlich weit: Genfersee, Chablais, Wallis, Dents du Midi, Grand Combin, Diablerets. Bei klarer Luft zeigt sich das Panorama in voller Breite. Dieser Ausblick ist der grösste Grund für die anhaltende Beliebtheit der Tour.
Schwierigkeit, Höhenmeter und Dauer der Wanderung
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Streckenlänge | ca. 12,6 km |
| Gesamtdauer | ca. 6 h 55 min |
| Höchster Punkt | 2.172 m |
| Tiefster Punkt | ca. 1.080 m |
| Aufstieg / Abstieg | je ca. 1.000 bis 1.151 m |
| Technisches Niveau | gering |
| Konditionelles Niveau | anspruchsvoll |
Die Tour ist kein Kletterabenteuer, aber eine lange Bergtour mit viel Aufstieg. Kondition ist gefragt.
Die beste Jahreszeit für den Grammont
Die beste Zeit liegt zwischen Juni und Oktober. Im Sommer ist die Tour sehr stark besucht, besonders an Wochenenden. Frühmorgens zu starten lohnt sich. Bei grosser Hitze wird der Aufstieg deutlich anstrengender. Bei schlechtem Wetter verliert die Tour ihren grössten Trumpf: die Aussicht. Der Herbst bietet ruhigere Bedingungen und oft kristallklare Luft.
Praktische Tipps für Parkplatz, Bus und Shuttle
Wenn der Parkplatz Le Flon belegt ist, wird man zum Parkplatz der Fabrik Chavalon umgeleitet. Das bedeutet rund 1 Stunde zusätzlichen Marsch oder eine Shuttle-Fahrt für 17 Franken (ca. 19 EUR, Stand 2024). Mit dem Bus ist Le Flon, Village direkt erreichbar. Fahrzeiten sollte man vorab auf sbb.ch prüfen.
Was mitbringen? Ausrüstung für eine sichere Wanderung
Das Wichtigste:
- Feste Bergwanderschuhe mit gutem Profil
- Mindestens 1,5 l Wasser pro Person, Nachfüllmöglichkeit am Col de Taney
- Topografische Karte oder GPS-App, auf dem Grat hilfreich
- Sonnen- und Regenschutz, das Wetter kann rasch wechseln
- Genug Zeit, nie unter 7 Stunden für die Rundtour einplanen
Eine oft unterschätzte Alternative: Nur bis zum Lac de Taney wandern
Wer weniger Kondition hat oder Kinder mitbringt, findet im Lac de Taney ein vollwertiges Ziel. Der See allein ist ein Highlight. Zwei Restaurants, ruhige Picknickplätze und eine schöne Bergkulisse machen den Stopp zu einem echten Erlebnis. Die kürzere Variante ab Le Flon hält sich unter 3 Stunden. Das ist ehrlich und gut.
Der häufigste Fehler: Den Gipfel zu früh oder zu spät angehen
Viele starten zu spät und werden vom Nachmittagswetter überrascht. Andere gehen zu früh los, ohne genug Wasser oder Proviant. Wer mit starker Höhenangst unterwegs ist, sollte den Grat nahe am Gipfel meiden und lieber etwas weiter innen auf der Weide bleiben. Der exponierte Bereich lässt sich bequem umgehen. Der Grammont verzeiht schlechte Planung selten, belohnt gute dafür umso grosszügiger.